Hagelabwehr
Der Mensch versucht schon seit der Uhrzeit den Hagelabwehren. Im Mittelalter gab es zahlreiche Prozessionen. Im 18. Jahrhundert kamen zum Einsatz spezielle Kanonen. Die Wolken wurden mit einem Gemisch aus Ruß beschossen.
Mehr darüber im Artikel DNA-Analyse.
In den 40. Jahren des 20. Jahrhundert wurde von den Chemikern Irving Langmuir, Vincent Schaefer und Bernard Vonnegut Silber Jodid als Abwehrmittel entdeckt. Laboruntersuchungen haben durchaus positive Resultate gegeben. Mit Hilfe von Raketen hat man angefangen die Wolken zu beschissen. Die neue Technologie hat sich im Westen sehr schnell verbreitet. In der Sowjetunion ist sie erst in den 60. Jahren zum Einsatz gekommen und wurde von dort aus in den Ostblock verbreitet.
Die Raketen wurden später von Flugzeugen abgelöst. Ein sogenannter Hagelflieger kann nämlich besser die Hagelwolke treffen.
Der Hagelschutz durch die Hagelabwehr wird jedoch oft kritisiert. Kritiker behaupten das Silberjodid keine Wirkung auf den Hagel hat. Es wurden deshalb zahlreiche Studien gemacht. Dr. Pachatz hat in seiner Doktorarbeit die Hagelabwehr gründlich studiert und erfasst. Er könnte im Labor bestätigen, das Silberjodid einen Einfluss auf die Hagelkörner hat. Durch Silberjodid werden Hagelkörner aufgelöst oder werden kleiner. In der Praxis ist jedoch ein unerwartetes Problem entstanden. Wir verfügen momentan über kein Messgerät, mit dem wir die Hagelkörner in den Wolken messen könnten. Radar zeigt zwar eine Hagelwolke an, jedoch kann es keine Hagelkörner erfassen. Wir können also den Einsatz von Silberjodid nicht wissenschaftlich beurteilen.
Quellen
Günther C. Pachatz, Analyse der Effizienz der Hagelabwehr in der Steiermark anhand von Fallbeispielen, Doktorarbeit, Uni Wien, 2005.
Kurt Werth, Geschichte der Hagelabwehr: Raketen, Kanonen, Wetterläuten, Wolkenimpfung, Versicherung und Netze zum Schutz gegen den Hagel, Retina, 2021.