Die Geschichte vom Kaffee und Espresso
Wer den Kaffee zuerst entdeckte, bleibt umstritten. Es gibt mehrere Legenden. Nach der ersten Legende soll der Prophet Mohammed der Erste gewesen sein, der Kaffee probierte. Eine zweite Legende stellt jemenitische Hirten in den Vordergrund. Eine dritte Legende erzählt von äthiopischen Hirten. Heute sind sich Historiker weitgehend einig, dass der Kaffee aus der äthiopischen Region Kaffa stammt – und dass auch der Name „Kaffee“ von dieser Region abgeleitet wurde.
Die Äthiopier kannten bereits die Wirkung des Kaffees. Sie verzehrten die Kaffeefrucht jedoch roh. Roher Kaffee hat einen sehr herben, wilden Geschmack. Das Rösten und Aufbrühen des Kaffees wurde dann im 15. Jahrhundert im benachbarten Jemen entdeckt.
Im Jahr 1538 eroberte Suleiman der Prächtige den Jemen. Zu dieser Zeit war im Jemen bereits eine stark ausgeprägte Kaffeetradition vorhanden. Die Türken übernahmen die neue Gewohnheit rasch, und um das Jahr 1550 eröffnete in Istanbul bereits das erste „kahvehane“. Aus dem Wort „kahvehane“ entwickelte sich später das Wort „Kaffeehaus“ bzw. „Café“. Der Kaffee wurde in einem speziellen Gefäß namens „cezve“ zubereitet. Aus dem Wort „cezve“ entstand im Deutschen das Wort „Djezve“ (oder „Džezva“). Die Art der Kaffeezubereitung übernahmen dann auch die Balkanvölker (Griechen, Serben, Bosniaken usw.), die Äthiopier sowie die Venezianer. Die Venezianer verbreiteten den Kaffee anschließend in Italien und Westeuropa.
Nach und nach öffneten sich in Europa Kaffeehäuser: 1645 in Venedig, 1650 in Oxford, 1652 in London, 1659 in Marseille, 1672 in St. Germain, 1685 in Wien, 1689 in Paris usw.
Die erste Espressomaschine wurde 1884 vom Italiener Angelo Moriondo in Turin entwickelt. Sie funktionierte mit Dampfdruck. Da der Kaffee sehr schnell zubereitet war, nannte man ihn fortan „Espresso“. Luigi Bezzera aus Mailand entwickelte die Espressomaschine 1901 weiter und legte damit die Standards fest, nach denen Espresso auch heute noch zubereitet wird.
Cappuccino stammt hingegen nicht aus Italien, sondern aus Wien. Es gibt mehrere verschiedene Geschichten darüber. Als am wahrscheinlichsten gilt heute die Geschichte des Kapuzinermönchs d’Aviano, der in einem Wiener Kaffeehaus stets seinen bitteren Kaffee mit Zucker und Sahne trank. Da der Kaffee mit der beigefügten Sahne an den Kapuzinermönch erinnerte, nannte man ihn „Kapuziner“. Während des Ersten Weltkriegs brachten österreichische Soldaten das Rezept nach Italien. Die Italiener ersetzten die Sahne durch Milch und begannen, das Getränk „Cappuccino“ zu nennen.
Quelle:
Ali Halit Diker, In Turkey, your coffee comes with a side of destiny, CNN, 26. 8. 2025.
Johannes Lacker, Der Weg zu modernen Espresso-Maschine, Kaffee Rauscher, 7. 4. 2020.
Die Geschichte des Kaffees, Deutscher Kaffeeverband, 27. 8. 2025.
Giorgia Cannarella, Cappuccino: Das berühmte italienische Getränk, das gar nicht italienisch ist, VICE magazin, 18. 5. 2022.
Mehr darüber im Artikel DNA-Analyse.