Interessantes aus der Wissenschaft
Die Ahnenforschung und die DNA-Forschung sind zwei unterschiedlichen Forschungen. Die Ahnenforschung berührt auf den Dokumenten. DNA-Forschung untersucht stattdessen DNA-Proben.
Wissenschaftliche DNA-Forschung, die von Universitäten oder bekannten Forschungsinstituten durchgeführt wird, darf man nicht sogenannten schnellen DNA-Analysen gleichsetzen.
Mehr darüber im Artikel DNA-Analyse.
Australiens Kaninchen
Proceedings of the National Academy of Sciences (USA) veröffentlichte einen interessanten Artikel über Australiens Kaninchen.
Die britischen Kolonialisten haben die Kaninchen schon im Jahr 1788 nach Australien gebracht und früher oder später hat es den einen oder den anderen Hasen der Weg ins Freie gelungen. Aber heimische Kaninchen finden sich in der Freiheit nicht zurecht und sind infolgedessen eine leichte Beute.
Heutzutage leben in Australien ca. 200 Millionen Kaninchen. Die Kaninchen, die eine richtige Plage für die Bauern sind, stellen in Australien inzwischen eine invasive Tierart da. Sie bedrohen Pflanzen- und Tierarten und verursachen jedes Jahr Schäden in der Landwirtschaft. Dabei ist es interessant, dass diese Kaninchen den selben Vorfahren haben – 24 britische Kaninchen, die zusammen mit den Kolonialisten Thomas Austin nach Australien gekommen sind.
Augustin hat ein Besitz in der Nähe von Melbourne gewonnen. Australiens invasive Kaninchenpopulation stammt wahrscheinlich von zwei Dutzend wilden englischen Kaninchen ab, die 1859 in der Nähe von Melbourne eintrafen. Darauf deutet nun eine Genomanalyse hin. Diese Hasen waren sehr scheu und vorsichtig und hatten noch viele Gene der wilden Hasen. Sie waren keine leichte Beute und deswegen haben sie überlebt und sich bis zu den heutigen Tagen so schnell verbreitet.
Quelle
Heather Chen, How 24 British rabbits took over Australia, CNN, 24. 8. 2022.
Die erste Waffe
Wann hat der Mensch angefangen Waffen anzufertigen? Diese Frage haben jetzt Deutsche Archäologen gelöst. Im Ort Schöningen wurden zwei Stöcke, eine Lanze und neun Sperre ausgegraben. Die Waffen wurden vor über 300.000 Jahren aus Holz angefertigt. Die Sperre und Stöcke wurden als Wurfwaffen benutzt. Die Lanze war für den Nahkampf gedacht.
Quelle
Ivo Verheijen, Britt M. Starkovich, Jordi Serangeli, Thijsvan Kolfschoten in Nicholas J. Conard, Early evidence for bear exploitation during MIS 9 from the site of Schöningen 12, Journal of Human Evolution, 2022.
Katie Hunt, Stone Age humans stepped out in cave bear fur 300,000 years ago, CNN, https://edition.cnn.com/2023/01/05/europe/bear-skins-prehistoric-clothing-scn/index.html, 6. 1. 2023.
Die ersten gefärbten Eier
Das Färben von Eiern setzen wir in Verbindung mit Ostern, jedoch ist der Brauch deutlich älter, wie eine Studie das bestätigt.
Archäologen haben jetzt im Süden von Israel eine alte Siedlung freigelegt und dabei acht verzierte Strauß Eier gefunden. Die Siedlung wurde von Nomaden bewohnt. Sie haben die Strauß Eier in der Wildnis gesammelt und dann geschmückt. Die geschmückten Eier wurden dann an Zwischenhändler verkauft. Die Händler haben dann die Eier an reiche Eliten im Mittelmeer Raum und Nah Osten weiterverkauft.
Die Datierung hat ergeben, dass die Eier 7.500 Jahre alt waren. Also hat der Mensch vor circa 8.000 Jahren angefangen die Eier zu schmücken.
Also denken sie daran, wenn sie nächstes Mal Ostereier färben und schmücken, sie halten aufrecht eine uralte Tradition.
Quelle
Issy Ronald, Ostrich eggs up to 7,500 years old found next to ancient fire pit in Israel, CNN, 13. 1. 2023
Die Legende vom Heiligen Nikolaus
Der Heilige Nikolaus, Bischof, lebte im 4. Jahrhundert in Mira, Kleinasien. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie. Er hat sein Vermögen an die Armen verteilt und hat sich für das Priestertum entschieden. Bald nach seinem Tod am 6. Dezember, um das Jahr 343 bis 350, entstand, wegen seiner Wohltätigkeit, sein Kult. Nikolaus gehört heute zu den bekanntesten Heiligenfiguren des Christentums.
Heute sind die meisten Kirchen der Heiligen Maria gewidmet, gleich danach folgt der Heilige Nikolaus.
Der Heilige Nikolaus brachte in den Anfangszeiten keine Geschenke, sondern machte nur Krach. Mit Krach hat er die bösen Geister verjagt.
Im 19. Jahrhundert brachte er schon bescheidene Geschenke – getrocknete Früchte oder Nüsse. Später auch Lebkuchen und Orangen, die in dieser Zeit eine Besonderheit darstellten. Kinder, die durch das Jahr nicht artig waren, wurden mit einer Rute bestraft.
Die Strafe mit der Rute wird heute als gewalttätige Strafe vorgestellt. Die Kinder wurden jedoch nicht mit einer normalen, sondern mit einer Zauberrute bestraft. Die Zauberrute brachte den Kindern Gesundheit und Lebenskraft. Die Rute wurde später mit einer Schleife geschmückt und in goldene Farbe gefärbt.
Zugleich müssen wir noch den Krampus erwähnen. Krampus ist ein mythologisches Wesen aus der Germanenzeit. Es machte Jagd auf junge Sünder. Die Sünder wurden gefressen oder ertränkt und dann in einem Sack in die Hölle gebracht. Im Mittelalter bedrohten die Araber Europa. Die arabischen Angreifer hatten eine dunkle Haut und dadurch wurde der Krampus schwarz.
Quelle
Der Heilige Nikolaus, https://tvlasko.si/2018/12/05/miklavzevanje-nekoc-in-danes/, 8.12.2023.
Die Geschichte des Fischens
Der Mensch hat vor circa 1,7 Millionen Jahren das Feuer gezähmt.
Wann jedoch der Mensch angefangen hat zu kochen und braten, dass blieb sehr lange ein umstrittenes Thema. 2022 haben israelische Archäologen in der Fundstelle namens Gesher Benot Ya’aqov in der Nähe des Jordan-Ufers Überreste von verkohlten Karpfen entdeckt. Die Überreste beweisen, dass der Mensch vor 780.000 Jahren schon das Essen mit Feuer zubereitet hatte.
Wie die Fische gefangen wurden, bleibt jedoch unklar. Angel aus Holz, Schnür oder Netze haben sich nicht erhalten.
Im Jahr 2024 haben britische und deutsche Archäologen am Fundort Gönnersdorf bei Neuwied am Rhein, im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz, eine Steinplatte gefunden. Die Steinplatte zeigt Fische im Netz. Die Steinplatte liefert den Beweis, dass der Mensch vor 15.800 Jahren schon mit Netzen gefischt hatte. Gleichzeitig ist das die älteste Abbildung von Fischen.
Quelle
Irit Zohar, Nira Alperson Afil, Naama Goren Inbar, Marion Prevost, Thomas Tütken, Guy Sisma Ventura, Israel Hershkovitz, Jens Najorka, Evidence for the cooking of fish 780,000 years ago at Gesher Benot Ya aqov Israel, Nature Ecology and Evolution, Volume 6, 14. 11. 2022.
Jérôme Robitaille, Lisa-Elen Meyering, Sabine Gaudzinski-Windheuser, Paul Pettitt, Olaf Jöris, Robert Kentridge, Upper Palaeolithic fishing techniques: Insights from the engraved plaquettes of the Magdalenian site of Gönnersdorf, Germany, Plos ONE, 6. 11. 2024.
Die ersten Kleider
Es stellt sich immer wieder die Frage, wann der Mensch angefangen hat, die Kleidung zu tragen.
Die Archäologen aus Deutschland haben circa 300.000 Jahre alte Kleidungsreste gefunden. Es handelt sich um Fellreste der Höhlenbären, die vor 25.000 Jahren ausgestorben sind und die viel größer als die Bären von heutzutage waren. Die Forscher nachgewiesen, dass die Höhlenmenschen Bären gejagt haben und deren Fell für Kleidung gebrauchten.
Quelle
Ivo Verheijen, Britt M. Starkovich, Jordi Serangeli, Thijsvan Kolfschoten in Nicholas J. Conard, Early evidence for bear exploitation during MIS 9 from the site of Schöningen 12, Journal of Human Evolution, 2022.
Katie Hunt, Stone Age humans stepped out in cave bear fur 300,000 years ago, CNN, https://edition.cnn.com/2023/01/05/europe/bear-skins-prehistoric-clothing-scn/index.html, 6. 1. 2023.
Triglav
Triglav, auch Triglaw und Triglaff, war ein mächtiger slawischer Gott mit drei Köpfen. Er herrschte über den Himmel, Erde und die Unterwelt. Er war der Lenker der Schlachten und der Seestürme. Seine Köpfe wurden meistens horizontal abgebildet und jedes Paar Augen blickte in eine andere Richtung.
Triglav ritt ein schwarzes Pferd und trat in Erscheinung als Eichenbaum. Die Slawen haben deshalb zahlreiche Eichenbäume verehrt.
Bevor die Slawen in den Krieg zogen, wurde ein schwarzes Pferd mit einem goldenen oder notfalls mit einem silbernen Sattel gesattelt. Auf den Boden wurden 9 Sperre gelegt. Der Hauptpriester führte dann das Pferd dreimal über die Sperre. Hat das Pferd keinen Sperr berührt, gilte das als gutes Omen.
Triglav würde besonders unter den Westslawen verehrt (das heutige Gebiet von Polen, Slowakei, Tschechien, Preußen, Deutschland, Brandenburg, Sorben). Ihm zu Ehre würden zahlreiche Tempel und Statuen errichtet. Die Tempel waren schwarz gefärbt und reichlich verziert mit Bildern aus der Natur. Die Statuen waren sehr robust gebaut und hatten drei Köpfe. Den Triglav Kult hat die Christianisierung zerstört. Die Statuen beziehungsweise die Köpfe wurden jedoch von den Christen übernommen und haben sich bis zum 16. Jahrhundert erhalten. Ein Beispiel ist die Tüllnerhandbüchse.
Der Triglav Berg ist der einzige Berg in Slowenien der nach einem slawischen Gott benannt wurde. Triglav Berg ist der höchste slowenische Berg und hat drei Gipfel. Fachleute neigen jedoch dazu, dass der Berg nicht nach dem slawischen Gott benannt wurde, sondern nach drei Gipfeln. Das gleiche gilt angeblich auch für das Triglav Massiv in Bulgarien.
Quelle
Ingo Petri, Eine figürliche verzierte Tüllenhandbuchse als Triglav Darstellung aus dem spätem Mittelalter, Religion und Gesellschaft im nördlichen westslawischen Raum, 2017.
Mihai Dragnea, Some Considerations Regarding the Slavic God Triglav, Analele Universităţii Ovidius Constant, Vol.8 (2011).
Silar, Zbruch Idol, Kraków Archaeological Museum, Wikipedia, Zbruch Idol – Wikipedia, 19. 7. 2024.
Die älteste europäische Schachfigur
Das Schachspiel wurde im 6. Jahrhundert in Persien erfunden. Das Schachspiel kennt man in Europa seit dem Mittelalter. Über Italien und Spanien ist das Schachspiel ca. 1000 nach Christus Geburt über das Byzantinische Reich nach Europa gekommen.
Das Spiel hat sich schnell über den Kontinent verbreitet und zählte zu den sieben Tugenden, die ein Ritter beherrschen musste. Die Kirche dagegen missbilligte das Spiel.
Die Archäologen haben im Süden Deutschland auf einer verlassenen Burgruine im Kreis Reutlingen, Baden-Württemberg, sechs Spielfiguren ausgegraben. Sie haben einen Springer, einen Würfel und vier Spielsteine aus Hirschgeweih gefunden.
Der Springer gehörte zu einem Satzfiguren die rot gefärbt waren. Er ist vier Zentimeter hoch. Das Besondere daran ist, dass wir heute nur schwarze und weiße Spielfiguren kennen.
Der Würfel hat ein bis sechs Augen.
Die Spielsteine haben eine Blütenform.
Die Spielfiguren wurden im 11. Jahrhundert angefertigt.
Quelle
Fast 1000 Jahre alte Schachfigur in deutscher Ruine entdeckt, Standard, 9. 6. 2024.
Hagelabwehr
Der Mensch versucht schon seit der Uhrzeit den Hagelabwehren. Im Mittelalter gab es zahlreiche Prozessionen. Im 18. Jahrhundert kamen zum Einsatz spezielle Kanonen. Die Wolken wurden mit einem Gemisch aus Ruß beschossen.
In den 40. Jahren des 20. Jahrhundert wurde von den Chemikern Irving Langmuir, Vincent Schaefer und Bernard Vonnegut Silber Jodid als Abwehrmittel entdeckt. Laboruntersuchungen haben durchaus positive Resultate gegeben. Mit Hilfe von Raketen hat man angefangen die Wolken zu beschissen. Die neue Technologie hat sich im Westen sehr schnell verbreitet. In der Sowjetunion ist sie erst in den 60. Jahren zum Einsatz gekommen und wurde von dort aus in den Ostblock verbreitet.
Die Raketen wurden später von Flugzeugen abgelöst. Ein sogenannter Hagelflieger kann nämlich besser die Hagelwolke treffen.
Der Hagelschutz durch die Hagelabwehr wird jedoch oft kritisiert. Kritiker behaupten das Silberjodid keine Wirkung auf den Hagel hat. Es wurden deshalb zahlreiche Studien gemacht. Dr. Pachatz hat in seiner Doktorarbeit die Hagelabwehr gründlich studiert und erfasst. Er könnte im Labor bestätigen, das Silberjodid einen Einfluss auf die Hagelkörner hat. Durch Silberjodid werden Hagelkörner aufgelöst oder werden kleiner. In der Praxis ist jedoch ein unerwartetes Problem entstanden. Wir verfügen momentan über kein Messgerät, mit dem wir die Hagelkörner in den Wolken messen könnten. Radar zeigt zwar eine Hagelwolke an, jedoch kann es keine Hagelkörner erfassen. Wir können also den Einsatz von Silberjodid nicht wissenschaftlich beurteilen.
Quellen
Günther C. Pachatz, Analyse der Effizienz der Hagelabwehr in der Steiermark anhand von Fallbeispielen, Doktorarbeit, Uni Wien, 2005.
Kurt Werth, Geschichte der Hagelabwehr: Raketen, Kanonen, Wetterläuten, Wolkenimpfung, Versicherung und Netze zum Schutz gegen den Hagel, Retina, 2021.
Großfamilie – Zahl der Verwandten
Das Max-Planck-Institut ist zum Ergebnis gekommen, dass die Familien Weltweit schrumpfen. Eine 65-Jährige hat heute durchschnittlich 45 lebende Verwandte. 2095 wird eine 65-Jährige nur noch 25 lebende Verwandte haben. Am stärksten wird der Rückgang in der Karibik und Südamerika sein. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz wird die Zahl der lebenden Verwandten auf 14 sinken.
Die Zahl der Cousinen, Cousins, Neffen und Nichten wird abnehmen. Dafür wird es mehr Großeltern und Urgroßeltern geben.
Das Land mit der größten Familiengröße wird weiterhin Simbabwe bleiben.
Quelle
Diego Alburez-Guiterezz, Ivan Williams and Hal Casvell, Projections of human kinship for all countries, Proceedings of the National Academy of Sciences, Vol. 120, No. 52, December 26, 2023.
Das Kreuz
Das Kreuz ist heute das Symbol der Kirche. Aber wann ist das Kreuz entstanden?
Das Kreuz ist älter als die moderne Kirche. Schon in der Antike hat man das Symbol gekannt.
Ein Forscherteam unter der Führung des Archäologen DR. Lee Berger hat jetzt in Südafrika das Holen System Rising Star erkundigt. In diesen Holen hat, die schon ausgestorbene menschliche Art Homo Naledi ihre Artgenossen begraben. So sind die Gräber um ganze 100.000 Jahre älter als die Gräber von modernen Menschen oder Neandertaler.
Auf den Wänden haben Forscher eingeritzte Wandmalereien entdeckt. Die geometrischen Zeichen wurden ca. 115.500 Jahre vor Christi Geburt eingeritzt. Die Wandmalereien von Homo Naledi sind also ganze 80.000 Jahre älter als die ältesten Wandmalereien der Neandertaler. Unter den geometrischen Zeichen, wie Quadrat, Dreieck, Linien usw., haben Forscher auch das Kreuz entdeckt.
Quelle
Lee Berger, Homo naledi, a new species of the genus Homo from the Dinaledi Chamber, South Africa, eLife, https://elifesciences.org/articles/09560, 10. 9. 2015.
Lee Berger, Evidence for deliberate burial of the dead by Homo naledi, Biorxiv, https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2023.06.01.543127v1.full, 5. 6. 2023.
Ashley Strickland, Mysterious species buried their dead and carved symbols 100,000 years before humans, CNN, https://edition.cnn.com/2023/06/05/world/homo-naledi-burials-carvings-scn/index.html, 7. 6. 2023.
Das erste Kreuz, ca. 111.500 vor Christi Geburt:
Die älteste Pizza der Welt
Die Forscher sind sich noch immer nicht einig, wann und wo die erste Pizza entstanden ist. In bestimmten griechischen Dokumenten wurde ein Gericht beschrieben, der einer Pizza ähnelt. Aber das ist nur eine Vermutung, feste Beweise gibt es nicht.
Die Archäologen haben vor Kurzem in Pompei ein Fresko aus dem Jahr 79 entdeckt, die eine Pizza darstellt. Und dies gilt bis jetzt als die älteste Darstellung einer Pizza.
Eine römische Pizza hatte einen dickeren Rand, als die heutige italienische Pizza und ähnelte daher mehr einer amerikanischen Pizza. Die römische Pizza wurde nicht mit Salami, sondern mit getrockneten Früchten belegt. Außerdem war sie nicht mit Tomatensauce oder Ketchup bestrichen, sondern mit einen Früchte Pesto.
Quelle
Pompei: emerge una natura morta dai nuovi scavi della Regio IX, http://pompeiisites.org/comunicati/pompei-emerge-una-natura-morta-dai-nuovi-scavi-della-regio-ix/, 30. 6. 2023.
Die älteste Tätowierung der Welt
Tätowierungen waren allen alten Kulturen und auf allen Kontinenten bekannt.
Die älteste Tätowierung kommt jedoch nicht aus Afrika oder Asien wie manch einer vermuten würde, sondern aus Europa.
Die älteste bekannte Tätowierung trägt die wohl bekannteste Mumie der Welt – Ötzi. Ötzi starb vor 5200 Jahren als er versucht hat die Alpen zu überqueren.
Die Forscher haben beim Ötzi 61 Tätowierungen gefunden. Die Tätowierungen hatten keinen ästhetischen, sondern einen gesundheitlichen Sinn gehabt. Die Tätowierungen wurden als eine Art von Akupunktur ausgeführt, somit ist das auch der älteste Nachweis von Verwendung der Tätowierung als therapeutisches Mittel.
Quelle
Klaus Taschwer, Selbstversuch klärt Rätsel, wie Ötzi zu seinen 61 Tätowierungen kam, Der Standard, 10. 4. 2024.
Laura Geggel, Fresh Ink: Mummified Iceman Has New Tattoo, Live Science, 28. 1. 2015.
Foto von Marco Samadelli.
Das Aussterben der Neandertaler
Der moderne Mensch und die Neandertaler haben sehr viel gemeinsam.
Der moderne Mensch, Homo Sapiens, und der Neandertaler lebten zur gleichen Zeit. Sehr lange glaubten die Forscher der Homo Sapiens habe den Neandertaler verdrängt.
Die neuste genetische Untersuchung zeigte jedoch, dass der Homo Sapiens und der Neandertaler sehr viele Kontakte hatten. Die zwei Menschenarten haben sich sogar vermischt.
Es gab drei größere Mischungen:
Die erste Mischung 250 bis 200 Tausend Jahre vor Christi Geburt
Die zweite Mischung 100 Tausend Jahre vor Christi Geburt
Die dritte Mischung 60 bis 50 Tausend Jahre vor Christi Geburt
Laut der Studie gelangten bei der ersten zwei Mischungen 10 Prozent der Neandertaler Gene in den Homo Sapiens. Wie viele Homo Sapiens Gene gelangten in die Neandertaler Population bleibt unklar.
Als sich die dritte Mischung vollzog, war der Homo Sapiens schon in der Überzahl. Es gab fünf Mal mehr Homo Sapiens als die Neandertaler. Diese Tatsache spielte auch eine entscheidende Rolle. Die Neandertaler haben sich mit Homo Sapiens vermischt und gingen unter.
Obwohl der Neandertaler verschwunden ist, ist er nicht gänzlich ausgestorben. Seine Gene leben im heutigen Menschen weiter.
Quelle
Liming Li, Troy J. Comi, Rob F. Bierman, Joshua M. Akey, Share on Recurrent gene flow between Neanderthals and modern humans over the past 200,000 years, Science, 12 Jul 2024, Vol 385, Issue 6.
Tomislav Veić, Photo of Neanderthal Family, Archive of the Krapina Neanderthal Museum.
Der älteste Käse
Der älteste Käse wurde in China gefunden, in der Grabstätte des Volkes Xiaohe. Der Käse wurde den Toten als Nahrungsmittel im Jenseits beigelegt. Der Käse wurde in der Bronze Zeit, vor 3600 Jahren, aus Ziegen und Schafmilch hergestellt.
Das Volk Xiaohe hat jedoch die Käseherstellung nicht erfunden. Die Käseherstellung haben Menschen in Anatolien und Levante vor 9000 Jahren entdeckt.
Quelle
Katie Hunt, DNA from 3,600-year-old cheese sequenced by scientists, CNN, 26. 9. 2024.
Die Herkunft der Deutschen – Bayern und Baden-Württemberg
Die neueste genetische Studie hat neue Erkenntnisse über unsere Vorfahren in Süddeutschland, Bayern und Baden-Württemberg, gebracht. In der Eisenzeit lebten hier die Kelten. Die Kelten haben die Hallstatt- (800 bis 450 vor Christi Geburt) und die Latène Kultur (450 bis 50 vor Christi Geburt) gebildet.
Im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt sind Einwanderer aus dem Norden gekommen. Die Germanen haben die Kelten nicht vertrieben, sondern sind verschmolzen. Desto trotz gab es mehr Einwanderer als Einheimische, und die römischen Historiker haben das Süddeutschland schon als Germanien bezeichnet.
Im frühen Mittelalter folgte dann die dritte Völkerwanderung. Den Nordosten und Süddeutschland haben Slawen besiedelt. Die Besiedlung von Nordosten Deutschland ist uns voll bekannt. Die Besiedlung des Süddeutschlands ist jedoch völlig neu und unbekannt. Die Genetische Studie hat ergeben, dass die Süddeutschen zu 12 Prozent von den Slawen abstammen.
Dieses neueste Forschung ist auch für Österreich und Slowenien interessant. Die mittelalterliche Agrarkolonisation von diesen zwei Ländern erfolgte gerade mit Bauern aus Süddeutschland.
Quelle
Felicitas Schmitt, Angela Mötsch, Joscha Gretzinger, Johannes Krause, Stephen Schieffels in drugi, Evidence for dynastic succession among early Celtic elites in Central Europe, Nature, 3. 6. 2024.
Die Geschichte der Leggins
Die Leggins wurden sowohl von Frauen wie auch von Männern getragen.
Die Leggins kann man in Europa seit der Renaissance im 13. Jahrhundert nachweisen. Man findet sie sowohl in Italien wie auch in Schottland unter den Namen trews. Die Leggins waren beliebt, weil sie praktisch zu tragen waren. Man könnte mit ihnen reiten, rennen und kämpfen. Sie waren in unterschiedlichen Farben erhältlich. Die Adligen bevorzugten weiße Leggins. Trews waren wie der Kilt in gestreiften Farben erhältlich.
Eine Art Leggins aus Leder, bekannt unter den Namen buckskin leather, wurden auch von Indianern getragen. Später wurden sie von Long Hunters, Trappers, Mountain Mens und Cowboys übernommen. Die buckskin leather Leggins waren sehr robust und vielseitig.
Leggins waren auch in Asien bekannt. Die Ninjas trügen immer Leggins, um keine Geräusche zu verursachen. Die Leggins blieben im Wald auch nicht an Ästen hängen. In Russland und Korea waren Leggins aus Wolle bekannt. Sie haben die Menschen warmgehalten.
Im 19. Jahrhundert wurden Leggins verstärkt in den Militäreinheiten eingesetzt. Sie haben die Soldaten vor Sand, Schmutz und Erde geschützt. Im ersten Weltkrieg wurde mit Leggins gekämpft. Die Leggins findet wir später auch im Zweiten Weltkrieg und Korea Krieg. In den 60. Jahren wurden die alten Militärschuhe durch Militärstiefel ersetzt und die Leggins haben ausgedient.
Dann kam die Modewelt… 1958 entdeckte der Chemiker Joseph Shivers den Stoff Lycra (Spandex). 1959 kamen auf den Markt die ersten Lycra Leggins und die Lycra Leggins wurden in den 60. Jahren ein Mode Hit. In den 90. Jahren wurden mehr Leggins als Jeans verkauft. Auch die Sportwelt entdeckte den Vorteil von Leggins. In den 80. Jahren wurde nur noch in Leggins trainiert.
2008 war das Jahr der Neuerfindung. Auf den Markt kamen Shiny Leggins. Shiny Leggins werden aus Leder oder Latex gefertigt. Gleichzeitig kamen auf den Markt Jeggings. Jeggings sind eine Kreuzung zwischen Leggins und Jeans.
Bekannte Hersteller Aeon Athletics, Alo Yoga, Beyond Yoga, Athlet, Colorful Koala, Conbello, CRZ, EP Movement, Fabletics, Girlfriend Collective, Gymshark, Hermko, Lelosi, Leona, Lulemon, Lycotex, Mana, Netscroll, Nike, Old Navy, Oalka, Outdoor Voices, Peach Booty Plan, Sagester, Sanko, Skinni, Slaviwear, SWY Brand, NES, CoZy, Puma…
Von links nach rechts: 1 Buckskin amerikanische Leggins, 2 Trews schottische Leggins, 3 Ninja japanische Leggins, 4 adlige europäische Leggins Henrik der VIII.
Quelle
Becca Carr, A History of Leggings, Tatter, https://tatter.org/a-history-of-leggings/, 26. 1. 2024; Allyson Payer, The Little-Known History of Leggings, Who What Wear, https://www.whowhatwear.com/history-of-leggings-trend, 26. 1. 2024; Leggings, Wikipedia, https://en.wikipedia.org/wiki/Leggings, 26. 1. 2024; Hans Holbein the Younger, Portrait of Henry VIII, Google Art Project, Wikipedia, https://sl.wikipedia.org/wiki/Henrik_VIII._Angle%C5%A1ki#/media/Slika:After_Hans_Holbein_the_Younger_-_Portrait_of_Henry_VIII_-_Google_Art_Project.jpg, 26. 1. 2024; Katsushika Hokusai, Hokusai sketches hokusai manga, Volume 6, 1817, Wikipedia, https://en.wikipedia.org/wiki/Ninja#/media/File:Hokusai-sketches—hokusai-manga-vol6-crop.jpg, 26. 1. 2024; David Morier, An Incident in the Rebellion of 1745, Battle of Culloden, Wikipedia, https://en.wikipedia.org/wiki/David_Morier#/media/File:The_Battle_of_Culloden.jpg, 26. 1. 2024; Jackson, William Henry, Utes, Buckskin Charlie and wife, 1880-1900, Denver Public Library, https://digital.denverlibrary.org/digital/collection/p15330coll21/id/8807, 26. 1. 2024.
Die Geschichte vom Kaffee und Espresso
Wer den Kaffee zuerst entdeckte, bleibt umstritten. Es gibt mehrere Legenden. Nach der ersten Legende soll der Prophet Mohammed der Erste gewesen sein, der Kaffee probierte. Eine zweite Legende stellt jemenitische Hirten in den Vordergrund. Eine dritte Legende erzählt von äthiopischen Hirten. Heute sind sich Historiker weitgehend einig, dass der Kaffee aus der äthiopischen Region Kaffa stammt – und dass auch der Name „Kaffee“ von dieser Region abgeleitet wurde.
Die Äthiopier kannten bereits die Wirkung des Kaffees. Sie verzehrten die Kaffeefrucht jedoch roh. Roher Kaffee hat einen sehr herben, wilden Geschmack. Das Rösten und Aufbrühen des Kaffees wurde dann im 15. Jahrhundert im benachbarten Jemen entdeckt.
Im Jahr 1538 eroberte Suleiman der Prächtige den Jemen. Zu dieser Zeit war im Jemen bereits eine stark ausgeprägte Kaffeetradition vorhanden. Die Türken übernahmen die neue Gewohnheit rasch, und um das Jahr 1550 eröffnete in Istanbul bereits das erste „kahvehane“. Aus dem Wort „kahvehane“ entwickelte sich später das Wort „Kaffeehaus“ bzw. „Café“. Der Kaffee wurde in einem speziellen Gefäß namens „cezve“ zubereitet. Aus dem Wort „cezve“ entstand im Deutschen das Wort „Djezve“ (oder „Džezva“). Die Art der Kaffeezubereitung übernahmen dann auch die Balkanvölker (Griechen, Serben, Bosniaken usw.), die Äthiopier sowie die Venezianer. Die Venezianer verbreiteten den Kaffee anschließend in Italien und Westeuropa.
Nach und nach öffneten sich in Europa Kaffeehäuser: 1645 in Venedig, 1650 in Oxford, 1652 in London, 1659 in Marseille, 1672 in St. Germain, 1685 in Wien, 1689 in Paris usw.
Die erste Espressomaschine wurde 1884 vom Italiener Angelo Moriondo in Turin entwickelt. Sie funktionierte mit Dampfdruck. Da der Kaffee sehr schnell zubereitet war, nannte man ihn fortan „Espresso“. Luigi Bezzera aus Mailand entwickelte die Espressomaschine 1901 weiter und legte damit die Standards fest, nach denen Espresso auch heute noch zubereitet wird.
Cappuccino stammt hingegen nicht aus Italien, sondern aus Wien. Es gibt mehrere verschiedene Geschichten darüber. Als am wahrscheinlichsten gilt heute die Geschichte des Kapuzinermönchs d’Aviano, der in einem Wiener Kaffeehaus stets seinen bitteren Kaffee mit Zucker und Sahne trank. Da der Kaffee mit der beigefügten Sahne an den Kapuzinermönch erinnerte, nannte man ihn „Kapuziner“. Während des Ersten Weltkriegs brachten österreichische Soldaten das Rezept nach Italien. Die Italiener ersetzten die Sahne durch Milch und begannen, das Getränk „Cappuccino“ zu nennen.
Quelle:
Ali Halit Diker, In Turkey, your coffee comes with a side of destiny, CNN, 26. 8. 2025.
Johannes Lacker, Der Weg zu modernen Espresso-Maschine, Kaffee Rauscher, 7. 4. 2020.
Die Geschichte des Kaffees, Deutscher Kaffeeverband, 27. 8. 2025.
Giorgia Cannarella, Cappuccino: Das berühmte italienische Getränk, das gar nicht italienisch ist, VICE magazin, 18. 5. 2022.
Die ersten Mumien
Die meisten Menschen verbinden die Mumifizierung mit Ägypten, da die ägyptischen Mumien am bekanntesten sind. Doch die ersten Mumien stammen nicht aus Ägypten.
Die älteste bekannte Mumie stammt aus dem Norden Vietnams und ist etwa 14.000 Jahre alt. In Südostasien mumifizierten Jäger und Sammler zwischen 14.000 und 4.000 v. Chr. ihre Toten mit Hilfe von Rauch. Die Leichen wurden buchstäblich durch Rauch getrocknet, der gleichzeitig als Konservierungsmittel diente. Diese Technik und Tradition haben sich bis heute nur in Papua-Neuguinea erhalten.
Älter als die ägyptischen Mumien sind auch die chilenischen Mumien. Die Chinchorro-Kultur mumifizierte ihre Toten zwischen 7000 und 1500 v. Chr. Auch sie waren Jäger und Sammler. Den Toten wurden innere Organe und Fleisch entfernt. Das Skelett wurde mit Hilfe von Stöcken, Lehm und Schilf verstärkt und geformt. Zum Schluss kleidete man die Verstorbenen wieder in menschliche Haut oder in die Haut von Seelöwen. Die Mumien erhielten auch Totenmasken aus Lehm. Forschungen zeigen, dass anfangs vor allem kleine Kinder mumifiziert wurden – man wollte sie auf diese Weise länger bewahren. Die Toten wurden in der Atacama-Wüste bestattet, was ihre Erhaltung bis heute ermöglicht hat.
Die Ägypter begannen um 4500 v. Chr. mit der Mumifizierung. Den Verstorbenen wurden die inneren Organe entnommen, und die Körper wurden einbalsamiert. Der gesamte Prozess und die verwendeten Zutaten waren sehr teuer, weshalb sich nur die reiche Elite eine Mumifizierung leisten konnte.
Heute gilt der Leichnam von Rosalia Lombardo als die schönste Mumie. Rosalia starb im Jahr 1920 an der Spanischen Grippe – nur wenige Tage vor ihrem zweiten Geburtstag. Ihr Vater, General Mario Lombardo, kannte den Chemiker Alfredo Salafia und bat ihn, den Leichnam zu präparieren. Dieser wurde anschließend in den Katakomben des Kapuzinerklosters in Palermo (Italien) aufbewahrt.
In Slowenien gibt es zwei Mumien. Die erste wird im Nationalmuseum aufbewahrt und stammt aus Ägypten. Die zweite ist eine vollständig slowenische Mumie – die Mumie von Mihael Hadik. Sie befindet sich in der Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit in Lendava. Diese Mumie ist auf natürliche Weise durch den Einfluss des kalkhaltigen Bodens und einer luftdurchlässigen Gruft entstanden.
Quellen
Mindy Weisberger, Oldest known evidence of human mummification discovered in Asia, scientists say, CNN, 16. 9. 2025.
Haluka Maier-Borst, Ägypter konservierten Verstorbene schon vor 6.000 Jahren, Die Zeit, 14. 8. 2014.
Mark Johanson, Chinchorro-Kultur in Chile: Die ältesten Mumien der Welt, National Geographic, 3. 11. 2021.
Michael Stang, Die schönste Mumie der Welt, Deutschlandfunk, 4. 12. 2020.
Cerkev Svete Trojice in mumija Mihaela Hadika, Zupnija Lendava, 16. 9. 2025.